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Reisen 2021 – Antworten von Jochen König



Termine:

» 01.01. - 07.02.2021 38 Tage ab €

 


 

Reisen 2021 – Antworten von Jochen König


Welche Fragen haben unsere Kunden? Was interessiert sie zum Thema Reisen am meisten? Gehe ich als Kunde ein finanzielles Risiko ein, wenn ich bereits jetzt eine Reise buche? Was sind die aktuellen, was die künftigen Herausforderungen eines Reiseveranstalters in diesen Zeiten? Diesbezüglich Fragen zu sammeln war die Aufgabe unserer Mitarbeiter. Geordnet hat sie anschließend Michaele Lieser, Mitglied der Geschäftsleitung der König’s Reisen GmbH, und sie dann Jochen König gestellt, der das fast 90-jährige Unternehmen in der nun dritten Generation leitet.

 

Michaele Lieser: In „normalen“ Zeiten erscheint der König’s Reisen Hauptkatalog mit fast 400 Seiten im Spätherbst eines Jahres. Das war dieses Jahr anders. Warum?

Jochen König: Ein Katalog bedingt Planungssicherheit. Diese ist in den letzten Monaten einfach nicht abzuleiten. Einige Trends sind zwar klar erkennbar, so werden Inlandsdestinationen wichtiger, da Kunden unserem Gesundheitssystem vertrauen bzw. einfach nicht zu weit weg möchten. Aber wie sieht es in Kroatien oder St. Petersburg in 6 Monaten aus? Das kann keiner sagen! Daher haben wir uns entschieden, einen fast 100-seitigen Zwischenkatalog und zu Weihnachten noch eine 16-seitige Vorschau herauszubringen – alles auch im Internet zum Blättern. Die 2021’er Reisen sind eingekauft, aber welche davon wir wann unseren Kunden im Katalog 2021 präsentieren werden, entscheiden wir anhand des Pandemieverlaufs und der allgemeinen Stimmung - sowohl in Deutschland als auch in unseren wichtigsten europäischen Zielgebieten. Wir haben im abgelaufenen Jahr genug „Altpapier“ gedruckt.

 

Welche Auswirkungen hat die aktuelle Situation auf das König’s Reisen Reiseangebot 2021?

Wir haben die Ziele innerhalb Deutschlands mehr als verdoppelt. Es gibt fast keine Region, die nicht von uns bereist wird. Zudem haben wir Kleingruppenreisen aufgelegt, die sich an Kunden wenden, die mit noch weniger als den maximal 29 Mitreisenden im Premiumbus verreisen möchten. Schließlich haben wir als einer der ersten Busreiseveranstalter deutschlandweit eine kostenfreie 30-Tage Stornofrist für fast alle Busreisen eingeführt.

 

Für fast alle Busreisen?

Bei Flusskreuzfahrten und Reisen mit exklusiven Eintrittskarten (z.B. Semperoper, Kat. 1) können wir leider diese Regelung nicht anwenden, da unsere Vertragspartner unsere Stornoregelung nicht spiegeln können oder wollen. Bei Buchungen aller anderen Busreisen bieten wir ab Ende Dezember unseren Kunden das o.g. kostenfreie Sonderstornorecht.

 

Wie sind die Erfahrungen mit dem König’s Reisen Hygienekonzept?

Wir, bzw. unsere Kunden haben mit dem Konzept sehr gute Erfahrungen gemacht. Von Juli bis zur dritten Woche Oktober sind über 1.000 Gäste mit uns verreist und wir hatten nachweislich auf unseren Reisen keine einzige Infektion. Auch die Hotels haben sich, mit einer einzigen Ausnahme, hervorragend angepasst und verhalten. Im November haben wir zudem die dann erhältlichen und zugelassenen, antiviralen Spezialfilter (sie vernichten 99,9% aller Viren) der Daimler AG in allen Reisebussen verbaut und die Softwareeinstellungen der Klimaanlagen so verändert, dass ein kompletter Luftaustausch in 1-2 Minuten geschieht. Das ist doppelt so schnell wie in der Bahn und viermal schneller als im Flieger. Dies sind alles objektive, positive Voraussetzungen, aber zum Reisen gehört nun mal auch das subjektive Gefühl der Sicherheit, und das wird bei einigen Kunden noch etwas dauern.

 

Wie schätzen Sie die mittelfristige Situation ein?

Die Impfungen sind nun Realität. Ich rechne mit ersten Reisen ab Ende März, vermehrt im April und ab Mai mit einem normalisierteren Verlauf. Hinzu kommt, dass die wärmeren Temperaturen bekannterweise zur positiven Entwicklung beitragen. Das haben die Monate Mai – September 2020 deutlich gezeigt. Es bleibt „anspruchsvoll“, aber es geht voran! Geplant haben wir allerdings konservativer –einfach um auf der sicheren Seite zu sein.

 

Werden Sie sich impfen lassen?

Ja, wenn ich an der Reihe bin. Kalkulieren gehört zum Grundhandwerk eines Kaufmanns und daher ist es recht einfach zu errechnen, dass die Wahrscheinlichkeit, Spätfolgen durch eine Virusinfektion zu erleiden, nun mal weitaus höher ist als ein potentielles Impfrisiko. Selbstverständlich weiß ich aber, dass es auch Menschen gibt, die unsicher sind. Zu Teilen ist dies paradox, lässt sich aber gut erklären. Ein lange bekanntes Risiko mag zwar höher sein als ein relativ neues Risiko. Aber viele haben sich bereits an das länger existierende Risiko (Virus) gewöhnt und schätzen daher das neue Risiko (Impfen) als riskanter ein. Aber die Zeit sollte diese Verzerrung heilen. Und ich denke auch, dass die Menschen endlich wieder das Leben führen wollen, welches sie gewohnt waren.

 

Viele Kunden zögern mit der Buchung, weil sie befürchten: Da muss ich eine Anzahlung leisten, was ist mit der, wenn die Reise ausfällt? Viele Reiseveranstalter und Fluggesellschaften haben bei abgesagten Reisen im Frühjahr die Rückzahlung verzögert oder den Gästen Gutscheine aufgedrängt.

Wir haben alle Kundengelder innerhalb der gesetzlichen Frist nach Absage zurückgezahlt und unseren Gästen alternativ einen Gutschein mit Verzinsung angeboten. Viele haben diesen Gutschein akzeptiert, weil sie wussten, die nächste König’s Reise kommt. Während intensiv und monatelang über Staatsgarantien für Gutscheine der Reisebranche diskutiert wurde, hatten wir, einfach als vertrauensbildende Maßnahme, bereits die Kundengutscheine mit einem großen, unbelasteten Grundstück abgesichert.

 

Reiseveranstalter benötigen eine Absicherung gegen ihre eigene Insolvenz, sonst dürfen sie keine Anzahlungen entgegennehmen. Können Sie das bitte genauer erklären?

Gäste, die eine Pauschalreise buchen, sind optimal abgesichert. Zum einen muss der Reiseveranstalter die versprochenen Leistungen liefern und sich zudem jederzeit um seine Gäste kümmern – nicht nur in Notsituationen. Zum anderen wird die Bonität eines Reiseveranstalters geprüft und die erhaltenen Anzahlungen über einen sogenannten Sicherungsschein bei einer reputablen Versicherung versichert.

 

Reicht das, um Kunden die Sorge zu nehmen, jetzt nicht zu früh zu buchen, da der genaue Pandemieverlauf sich erst in den nächsten Monaten klären wird? 

Ich kann auch hier nachvollziehen, dass die Unsicherheit noch überwiegt. Ich selbst kann selbstverständlich auch noch nicht sagen, ob z.B. das Military Tattoo in Edinburgh im August stattfinden wird, habe jedoch für zwei Vorstellungen je 30 Karten gekauft. Viele Kunden möchten unbedingt verreisen, wenn die Situation dies zulässt. Und die Plätze sind nun mal limitiert. Ich denke, dass wir mit der Garantie, von 99% unserer Busreisen 30 Tage vor Abreise kostenfrei und ohne Begründung zurücktreten zu können, hier eine kundenoptimale Lösung geschaffen haben. So kann man sich seinen Lieblingsplatz sichern und geht dennoch kein Risiko ein.

 

Gilt bei den Tattoo-Reisen nach Schottland auch die 30 Tage kostenfreie Stornofrist?

Obwohl diese Reise durchaus teure Eintrittskarten beinhaltet, ist der Anteil am Gesamtpreis nicht so hoch. Daher haben wir uns entschieden, bei diesen Reisen, wie auch den anderen Reisen nach Großbritannien, das kostenfreie 30-Tage Stornorecht anzuwenden.

 

Wie geht es denn Ihren Mitarbeitern. Fällt denen nicht die Decke auf den Kopf?

In der Anfangszeit gab es erheblichen Bedarf an Umbuchungen, Stornierungen, Gutscheinausstellungen etc. Null Umsatz bedeutet in der Touristik – anders als in anderen Branchen – eben nicht Null Arbeit. Viele Mitarbeiter haben sich im weiteren Krisenverlauf intensiv fortgebildet und/oder Zweitjobs z.B. im karitativen Bereich angenommen. Weil wir diese Zeit jetzt aber auch als Chance sehen, uns besser aufzustellen und dazu unsere qualifizierten Mitarbeiter unerlässlich sind, haben wir allen vor Weihnachten Jobgarantien für das gesamte Jahr 2021 gegeben. Aus unseren Gesprächen wissen wir auch um ihre Belastungen und Sorgen in dieser Zeit und glauben, dass dies ein wichtiges Signal war.

 

Wie gehen Sie und Ihre Familie mit der Situation um?

Na ja, schlanker bin ich nicht geworden (lacht) und an der 6/7-Tage-Woche hat sich auch nichts geändert. Sport mache ich immer noch zu wenig und meine Begeisterung für Whisky ist ungebrochen. Aber nun mal ernsthaft. Ich bin froh, dass die Kinder auf ihrer Schule ein hervorragendes digitales Umfeld vorfinden, was das Home-Schooling sehr erleichtert. Dies wäre sonst, gerade für meine Frau, eine wirkliche Zusatzbelastung, wie ich sie leider in vielen Familien, gerade mit jüngeren Kindern, beobachte. Wir sind gesund, mein Vater wieder auf dem Weg der Besserung, das passt schon. Ansonsten Nerven behalten und weiter durch!

 

Das Gespräch wurde kurz vor Weihnachten geführt.