Spreewald – Wie im Märchen

Es ist dieses ruhige Dahingleiten, das sofort ein Gefühl von Gelassenheit und Frieden aufkommen lässt. Leises Wasserplätschern, ein sanftes Lüftchen um die Nase, dichte Wälder rechts und links, so dass man fast erwartet, einen Hirschkopf mit gewaltigem Geweih zwischen den Stämmen auftauchen zu sehen: Wer in den Spreewald eintaucht und auf einem der zahlreichen Wasserläufe im Kahn dahinschwebt, hat fast das Gefühl, direkt in ein Grimm’sches Märchen hineinzugleiten. So jedenfalls ging es Heinz W., als er in diesem Sommer mit König’s Reisen die Region besuchte. Die Urwüchsigkeit der verwunschenen Landschaften hat ihn dabei besonders fasziniert.

Spreewald Kahn König's Reisen

Beinah umfängt die Besucher hier immer noch ein kleiner Hauch von Urwald: Nach der letzten Eiszeit teilte sich die Spree in ein zartes Geflecht von Wasserarmen. Diese sogenannten Fließe durchbrachen einst die wilden Wälder und bilden heute, kaum hundert Kilometer von der Weltstadt Berlin entfernt, ein feines Netz zwischen Wäldern, Wiesen und Äckern. „Eine einmalige Landschaft“, findet auch Heinz W., der es kaum erwarten konnte, einen Kahn zu besteigen und sich hineintragen zu lassen in diese sagenumwobene Gegend.

Apropos Sagen: Wer an den traditionellen Blockhäusern der Gegend gekreuzte Schlangen an den Giebeln entdeckt, sollte sich nicht wundern. Sie gehen zurück auf den legendären Schlangenkönig, dem einst ein gieriger Graf seine Krone raubte. Vor der Rache des geschuppten Monarchen muss aber heute niemand mehr Angst haben, gelten doch Schlangen im Spreewald als Glückstiere und gute Hausgeister. Gesehen haben Heinz W. und seine Reisegefährten aber keine.

Wer auf die Suche nach den Kriechtieren gehen und das Gebiet lieber auf eigene Faust erkunden will, tut das am besten per Kanu: Über 40 Routen verschiedenster Längen und Schwierigkeitsgrade stehen Sportlern zur Verfügung. Auf keinen Fall vergessen sollte man aber eine gute Wasserkarte: Die Fluss- und Kanallandschaft dieses urwüchsigen Binnendeltas umfasst rund 970 Kilometer Wasserwege, viele sind jedoch für Paddeltouren gesperrt. Denn seit 1991 ist der Spreewald ein UNESCO-Biosphärenreservat, in dem historisch gewachsene Kulturlandschaften besonderen Schutz genießen.

Spreewaldhaus König's Reisen

Und dennoch entsteht nicht weit entfernt eines der größten Landschaftsgestaltungsprojekte unserer Zeit: Wo einst das Lausitzer Braunkohlerevier die Landschaft zerschnitt, sorgt heute das Lausitzer Seenland für ungeahnte, neue Aussichten. Die gefluteten, stillgelegten Krater des Braunkohletagebaus bilden heute die größte, künstliche Wasserlandschaft Europas. „Auch diesen Anblick kann man nur genießen“, findet Heinz W.

In Sachen Genuss kommen aber auch die Besucher der klassischen Spreewald-Fließe nicht zu kurz: Heinz W. und die übrigen Gäste von König’s Reisen haben mit dem Kahn im Museumsdorf Lehde angelegt – und damit scheinbar mittendrin im 19. Jahrhundert. Denn hier erinnern mehrere originalgetreu erhaltene Bauerngehöfte an das Leben der sorbischen Bauern vor 200 Jahren, ganz ohne Strom, fließendes Wasser und moderne Annehmlichkeiten. Die heutigen Gäste hatten es da natürlich viel bequemer, wurden sie doch von einem üppigen Spreewaldbüffet erwartet: „Vier Sorten Fleisch und so viele Gurken, wie man nur essen konnte – es war köstlich“, schwärmt Urlauber Heinz W. „Wir wollten gar nicht mehr weg.“

Schloss Cottbus

Allerdings wollten die Gäste auch den Rest ihrer Reise nicht verpassen: „All diese gepflegten Dörfer sind ein wunderbarer Anblick, da kann man überall vom Boden essen“, freut sich der Reisende in der Erinnerung. Das galt zu seiner Überraschung auch für die größeren Städte: Cottbus und Bautzen haben den Besucher mit ihrer gastfreundlichen Atmosphäre begeistert. Und spätestens nach einem Besuch in der Stadt fragt sich niemand mehr, ob Bautzen mehr zu bieten habe als ein altes Stasi-Gefängnis.

Cottbus Spreewald und Oberlausitz König's Reisen

Übrigens: Der Spreewald bietet auch durchaus überraschende Anblicke, zum Beispiel eine große Holländerwindmühle mittendrin. Die steht in Straupitz und gilt als die letzte, produzierende Dreifachwindmühle Europas. 1850 erbaut und über die Jahrzehnte erweitert, umgerüstet und restauriert, mahlt sie heute noch Korn, presst Leinöl und zerkleinert als Sägemühle die dicksten Bretter. Und die passende Kulisse für so manches Märchen aus der Kinderzeit bietet der Anblick gleich gratis dazu.

Den Rückweg von ihrer Kahnfahrt haben Heinz W. und seine Reisegruppe nach Einbruch der Dunkelheit gemacht: Mit urigen Lampen erleuchtet hatte der Weg über das Wasser nochmal eine Extraportion Zauber. Ein bisschen davon hat der Westerwälder mit nach Hause genommen. Seine nächsten Touren mit König’s Reisen hat er längst gebucht. Zauberhafte Erfahrungen gibt es ja noch viele zu entdecken.

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